2013 Namibia – 11.06.

11.06. Sesriem – Blutkoppe

 

Guten Morgääääääääääähn. Es ist 05:15Uhr, dunkel und ar… kalt. Wenigstens ist der Wind weg.
Wieso klingelt eigentlich im Urlaub um diese Zeit mein Wecker? Ah ja, wir wollen bei Sonnenaufgang zum Sossusvlei.
Dick eingepackt, aber mit halb abgefrorenen Fingern baue ich das Zelt zusammen. Warum muss eigentlich genau heute der Reißverschluss der Plane klemmen? Ich beginne schon leise vor mich hinzufluchen und bevor ich noch andere dadurch wecke, übernimmt Anja den Reißverschluss und mit weiblichem Charme gibt das Mistding dann endlich nach.

Um 05:45Uhr (5 Minuten nach Gate-Öffnung) sind wir im Park. Die Sonne geht 06:30Uhr auf, wird also eng bei 60km Teer plus 5km Sand. Naja, 6:45Uhr waren wir hinten; Ranger gibt es hier doch eh nicht, zumindest nicht zu dieser Uhrzeit.
Die ersten waren wir nicht, aber trotzdem zeitig genug.

Wir machten uns also auf den Weg Richtung Deadvlei. Die Licht-/Schattenspiele hier in der Wüste waren schon sehenswert.



Der Deadvlei lag noch komplett im Schatten, aber auch so sehr attraktiv.



Mit Sonne dann natürlich noch mal schöner.

Als jetzt so langsam die ganzen Touristenströme kamen, beschlossen wir den Abgang.
Beim Auto frühstückten wir erst mal ausgiebig und überlegten das weitere Vorgehen.
Hier hatten wir soweit alles erledigt und so beschlossen wir schon einen Tag eher abzureisen und einen Zwischenstop an der Blutkoppe einzulegen.

Am Visitorcenter fragte ich wegen dem Campground nach, aber die Dame meinte nur, dass alles kein Problem wäre. Das Permit ist sowieso noch bis morgen Mittag gültig und wir sollen, wenn jemand fragt, einfach sagen, dass wir hier einen Tag eher abgereist sind.

Die ersten 150km war die Strasse noch einigermaßen ok, aber dann wurde sie immer schlechter. Das Waschbrett wurde richtig heftig und wir waren froh, wenigstens in einem SUV zu sitzen und nicht mit einem normalen PKW hierdurch zu müssen.
Teilweise fuhr ich einfach ganz rechts, weil dort die Strasse etwas besser war.

Als wir dann wieder innerhalb des Namib-Naukluft NP waren, wurde auch die Strasse wieder gut und wir hatten den Blick wieder frei auf die Umgebung.

Wir bogen irgendwann von der C14 ab (ab hier wieder Permit pflichtig, aber dies hatten wir ja noch). Irgendwann meinte ich zu Anja: „Stehen da vorn Giraffen?“. Bewegen taten sie sich nicht. „Nee, die haben hier Statuen hingestellt, damit man sieht, wie sowas aussieht.“ „Moment, die bewegen sich doch!“
Sie waren relativ weit weg, aber hey, es sind Giraffen.

Die Blutkuppe fanden wir recht schnell und steuerten direkt den CG an.
Wir hatten zwar gelesen, dass die schönsten Sites auf der Nordwestseite sind, aber irgendwie führte da kein Weg hin.
Wir stellten uns mal auf einen drauf und liefen ein paar Meter um den Hügel und siehe da, da waren noch mal ein paar Sites.
Ich wieder zurück und mit dem Auto die Straße zu diesen Sites gesucht. Den Abzweig fand ich ca. einen Kilometer weiter. Das hätte man auch vorher ausschildern können.
Sind die Sites im Südosten noch mit normalem PKW zu erreichen, braucht man hier hinten zwingend Allrad und Bodenfreiheit, da teils ganz schön tiefer Kies vorherrscht.



Ob dies wirklich nur „Sponsered by“ ist?

Da ist man hier mitten im Nirgendwo, der nächste Ort ca. 100km weg, und wir sind faktisch neben einer Uranmine. Die meinten dann auch abends noch zu sprengen und dann die ganze Nacht das Zeug abfahren zu müssen. Somit hatten wir leider die Nacht durch etwas Hintergrundgeräusche; aber weniger schlimm als befürchtet.

Anja meinte später zu mir, dass da oben ein Arch wäre und ich doch sonst auch immer zu sowas hin kletter.

Ich nahm also die Beine in die Hand und erklomm die Blutkoppe.
Oben war zwar kein Arch zu finden (die Formation möchte vielleicht mal einer werden; so in 1-2 Mio Jahren), aber die Aussicht war grandios.

Im Hintergund die Gebirgskette „Langer Heinrich“ inkl. Uranmine.

Bevor es ganz dunkel wurde, machte ich mich wieder auf den Rückweg, denn ich hatte schließlich keine Lampe dabei.
Ganz allein waren wir dann nicht, denn eine Gruppe Perlhühner gesellte sich neugierig zu uns und wir fragten uns, wann das erste auf den Grill springt. 😉

In toller Einsamkeit (nur ein anderes Pärchen etwas von uns entfernt war noch da) mit einer Uranmine im Rücken verbrachten wir mal wieder eine schöne windstille Nacht.

Gefahrene Strecke: 322km
Übernachtung: Blutkoppe Campground – 260NAD
Map: http://goo.gl/maps/tjZAc

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