2010 USA – Nordwesten – 11.07.

11. Juli 2010 Winthrop – Seattle

 

Auf den heutigen Tag hat sich Danilo schon sehr lange gefreut. Und nein, ich meine nicht das Finale der Fußballweltmeisterschaft. Schon recht lange hatten wir genau für diesen Tag eine Tour bei Boeing in Everett vorgebucht. Alles was wir machen mussten, ist pünktlich 15 Uhr da zu sein. Zunächst fahren wir wieder durch den Nationalpark, wieder eine schöne Strecke.

Wir haben genug Zeit – 3,5h für 170mi zeigt der Routenplaner. Mit genügend Puffer erreichten wir Burlington. Von hier müssten wir nur nach Süden fahren und in knapp 40 mi wären wir da, aber natürlich viel zu zeitig.

Ich wäre aber nicht ich, wenn ich nicht schon die ganze Zeit meinen Reiseführer gewälzt hätte. Ich wollte unbedingt das Wasser sehen und es gibt die Möglichkeit von Burlington aus der SR20 zu folgen nach Whidbey Island und dann von Clinton mit der Fähre nach Mukilteo überzusetzen. Nach kurzer Überzeugungsphase sind wir unterwegs.

Hier werden wir das erste Mal mit dem an der Küste allgegenwärtigen Nebel konfrontiert. Der sollte uns noch ein paar Tage begleiten. Besonders gefreut hatte ich mich auf die Deception Pass Bridge im Deception Pass State Park. Aber alles lag im Nebel. War aber schon ein Erlebnis der anderen Art im Nebel, also rundherum weiß, über diese Brücke zu fahren.

So sieht es bei Sonne aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Deception_Pass_Bridge

Auf Whidbey Island gibt es ein paar schöne Städtchen mit historischen Stadtkernen. Nur zu gerne will ich nach Langley (http://www.visitlangley.com) oder Coupeville (http://www.cometocoupeville.com). Aber Danilo wird zunehmend nervös. Er verweist immer auf die Fähre und das wir doch nicht wissen, wann die fahren. Also geht es einfach weiter.

Ab und zu sieht man das Meer und ich bin zufrieden. Wir erreichen Clinton und tatsächlich steht da eine recht lange Schlange an Autos für die Fähre an. Schon bei Ortsbeginn gibt es eine Extraspur und wenig später müssen wir uns einreihen. OK, manchmal haben auch Männer recht, aber so schlimm war es doch gar nicht mit dem Warten.

Während wir warten, sehen wir auf der anderen Straßenseite ein Lokal wo Leute Fußball schauen – stimmt ja das Finalspiel! Also mal wieder ein Radiosender gesucht. Die Amerikaner interessiert das gar nicht. Die machen eher noch Witze darüber, das das doch kein Richtiger Sport ist im Vergleich zu American Football. Na ja, jedem das seine. Warten wir also bis abends, um das Ergebnis zu erfahren.

Auf der nächsten Fähre sind wir drauf und schon geht es übers Wasser. Die Möwen fliegen mit uns, die Sonne scheint, herrlich.

Viel zu schnell erreichen wir Mukilteo. Von hier sind es nur noch 5 Meilen bis zum Boeing Visitor Center, d.h. wir können die Zeit hier noch verbringen. (Seht ihr, wir hätten doch noch Zeit gehabt) Wir entscheiden uns für Ivar’s Restaurant (http://www.ivars.com) und es gibt Clam Chowder. Super lecker! (und ich bin wieder versöhnt)

Direkt am Hafen gibt es einen Leuchtturm, dem wir noch einen Besuch abstatten bis es dann doch Zeit wird Richtung Painefield zu fahren.

Nach kurzen Navigationsschwierigkeiten des Fahrers, nein diesmal nicht des Navis, denn das kannte den Weg, aber man(n) muss auch da lang fahren, wo es die liebliche Frauenstimme ansagt, erreichen wir das Visitor Center mit noch genügend Zeit.

Zuerst schauten wir uns draußen um, bevor es ins Center geht (http://www.futureofflight.org/fof_Boeing.html). Draussen entdecken wir schon mal einen Dreamlifter und einige 787.


Alles klappt mit den vorgebuchten Tickets und schon geht es los. Zuerst ein Videofilm mit der Geschichte von Boeing und dann endlich geht es in den Bus, der uns zu den Werfthallen bringt. Zunächst laufen wir durch die Katakomben und von da per Fahrstuhl auf Aussichtsemporen. Endlich kommen wir zur Fertigungsstrecke der 747-800 und da steht sie – die erste Lufthansa 747-800 noch in Einzelteilen … meinte zumindest der Führer. Wenn wir ihm aber gesagt hätten, dass er sich irrt und dies eine VIP-Maschine werden wird, hätten sie uns wohl hochkant rausgeschmissen.
Für uns ein besonderes Erlebnis, auch wenn der Führer wohl von Lufthansa noch nicht so viel gehört hatte.

Weiter geht es zur 787 Fertigungsstrecke und der derzeit wohl größten Spielzeugfabrik weltweit, denn so wirklich viel fliegen tun sie ja noch nicht. Und ihr werdet es kaum glauben, die haben echt ein Starbucks Cafe für ihre Mitarbeiter in der Werft.

Wieder im Bus fährt dieser noch eine kleine Runde vorbei an den von außen schon fertig aussehenden 787 für die ANA und dann zurück zum Visitor Center. Er macht dann noch ein paar Witze über Airbus und ihr Vorhaben Boeing den Tankerdeal abzujagen; wir geben uns da im Bus mal nicht als Europäer aus.
Wir bleiben noch ein wenig da, in der Hoffnung eine 787 würde vielleicht zum Testflug starten oder landen, aber ein Gespräch mit einem Spotter zeigt, das wir da heute lange warten können. Ein Panorama zeigt aber zumindest sehr schön das Gelände.

Wir packen wenig später unseren Kram zusammen und suchen uns eine Unterkunft – dank einiger Marriottpunkte heute mal recht günstig.

Gefahrene Strecke: 395 km
Übernachtung: Fairfield Inn Seattle Bellevue
Map: Winthrop – Seattle

Bild des Tages:
Hier die einzigen „wilden“ Tiere für heute…

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