2010 USA – Nordwesten – 09.07.

09. Juli 2010 West Glacier – Winthrop

 

Was macht man, wenn man eben noch im Glacier National Park ist und eigentlich zur Westküste will? Richtig, man fährt einfach mal ein Stück. Bei diesen Dimensionen kann das schon mal recht lange sein – also ein ganzer Fahrtag.

Also geben wir in unser Navi Winthrop ein, das ausgewählte Ziel, und los geht’s. Wie ihr ja inzwischen wißt, haben wir keinen Reiseführer für Montana oder Idaho. Bis Spokane hat das mit dem Navi auch wunderbar geklappt. Im dortigen Safeway gönnen wir uns ein Eis, um dann auf dem Interstate 90 im Stau zu stehen. Aber unser Navi will recht bald runter vom Interstate und in der Verkleinerung der Karte stimmt die Richtung, also folgen wir den Anweisungen.

Die folgende Strecke führt durch recht karges Land, viel Ackerbau, kaum Wälder und dazu eine Art Hitzekessel zwischen Bergketten gelegen.


Erinnert euch, gestern sind wir noch durch Schnee gelaufen und nun ist es außen auf einmal über 30°C und die Temperatur steigt.

Es wird wärmer…

…und karger…

…und wärmer.

Die Strassen werden ruhiger und spätestens als wir hier abbiegen sollen, werden wir stutzig:

Wir ignorieren die Abbiegung, mal sehen was unser Navi macht. Das wiederum läßt sich nicht lumpen – wir sollen noch in 2 weitere Feldwege Richtung Norden abbiegen, die sich lediglich in der Länge der angegebenen Gravelroad unterscheiden. So wirklich wollen wir nicht, aber die geteerte Strasse macht auf einmal einen Bogen nach Süden und da wollen wir auch nicht hin. Also ok, wir folgen einer dieser Gravelroads. Wir sind im Nirgendwo!! Und das bei, ihr erinnert euch, 38°C!!

Wir fangen an zu witzeln. Kennt ihr den Film Rat Race? Unter anderem trifft die von Whoopi Goldberg gespielte Vera Baker dort ihre Tochter und sie gehen gemeinsam auf die Jagd nach dem Gewinn. Unterwegs treffen sie auf eine Frau, die am Straßenrand Squirrels verkauft. Aber die Tochter fragt nur nach dem Weg und kauft nichts. Die Händlerin beschreibt den Weg sehr ausführlich, z.B. muss man bei einem Schild abbiegen und wenig später schießen sie mit dem Auto über eine Klippe und landen auf einem Haufen Autos, alles von Leuten, die auch keine Squirrels gekauft haben. Spätestens als wir dieses Schild inkl. Einschusslöchern sehen, brechen wir in Lachen aus und entscheiden uns nicht weiterzufahren.

Wir fahren wieder zurück und probieren eine andere Gravelroad, die, wie wäre es auch anders möglich, wieder auf die andere abbiegt. Also es ist Zeit einen anderen Plan zu schmieden. Schließlich wollen wir ja noch heute ankommen. Wir sind immer noch vertrauensselig und fragen unser Navi nach einer Alternativroute. Seht selbst und achtet auf die Angabe zur Originalroute im Vergleich zur Alternative:

Aber eigentlich hätten wir ja gewarnt sein sollen, denn dieses Navi ist öfters mal zu Scherzen aufgelegt:

  • einen Wanderweg im Caprock Canyon als Strasse betrachtend
  • uns im „Buffalo Lake National Wildlife Refuge“ durch einen See schicken zu wollen
  • Eine Kollegin in Washington DC direkt auf die Air Base zu schicken

Also nein, über Seattle wollen wir eigentlich nicht fahren und ja, wir wollen heute noch ankommen. Zum Glück sind wir schon in Washington und da hab ich doch einen Reiseführer. Ich entdecke eine alternative Route über den Highway 97 und muss nun das Navi regelrecht überzeugen, dass das auch geht und siehe da, nach fast 850km und ca. 100km Umweg erreichen wir den KOA in Winthrop.

Als Versöhnung mit dem Tag grillen wir uns abends richtig schöne Steaks und genießen sie bei warmen Temperaturen vor unserer Kabin.

Gefahrene Strecke: 868.2 km
Übernachtung: Winthrop / N. Cascades National Park KOA 49,31USD (39,33€)
Map: West Glacier – Winthrop

Bild des Tages:
Wir ihr hier sehen könnt, es war streckenweise seeeeeeehr langweilig und viele Fotomotive gab es auch nicht.

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