2010 USA – Nordwesten – 08.07.

08. Juli 2010 St. Mary – West Glacier

 

Heute steht der Tag ganz im Zeichen des Glacier National Park. Unsere nächste Übernachtung ist am anderen Ende der „Going-to-the-sun-road” und somit haben wir im wahrsten Sinne des Wortes den ganzen Tag Zeit. Pünktlich 7:30 Uhr geht es los, wieder bei schönstem Sonnenschein.

Wir können gar nicht anders, als diverse Fotostops einzulegen – um uns herum zeigt sich der Park mit all seiner Schönheit. Beispiele sind der St. Mary’s Lake mit Wild Goose Island oder der Highway selbst, wie er sich durch die Berge schlängelt.


Ohne Parkplatzprobleme halten wir an der Sunrift Gorge. Schon gestern waren wir kurz hier, aber die Lichtverhältnisse waren nicht wirklich ideal. Auch heute ist es nicht viel besser, also machen wir bzw. Danilo das Beste draus.

Weiter geht es entlang dieser wunderschönen Strasse. Sie ist wirklich in sich selbst ein Erlebnis. Wir passieren wieder die erste Baustelle ohne große Wartezeiten und erreichen den Logan Pass. Hier kriegen wir einen Parkplatz fast in der ersten Reihe, so wenig ist los. Es gibt ein Visitorcenter, welches aber noch off-season geschlossen ist und es gibt eine Menge Schnee hier oben.

Das hatte ich nicht erwartet. In der Trailübersicht hatte ich den beliebte Hidden Lake Trail gefunden und den wollen wir laufen. Er ist beschrieben als wunderschöner Weg durch blühende Wiesen im Frühling, hin zu einem in den Bergen verborgenen Bergsee. Ein Blick hinter das Visitorcenter zeigt aber, da sind keine Blumenwiesen, sondern nur viel Schnee aber ganz vereinzelt, wo der Schnee getaut ist, kommen doch die ersten Blüten zum Vorschein. 😀

Es ist aber warm, ich habe Wanderstöcke dabei, der Trail ist abgesteckt und so machen wir uns trotz Schnee auf zum Hidden Lake. Ich muss sagen, es ist schon anstrengend im Schnee zu wandern, aber dafür auch ein besonderes Erlebnis. Auf einem Grat angekommen, können wir die ersten Groundsquirrel beobachten, die anscheinend den Frühling kaum abwarten können.

Noch ein Stück auf der anderen Seite wieder runter kommen wir zur Aussichtsplattform, von wo man den Hidden Lake sehen kann. Hm, aber wo ist er denn? :kratz: Der See hat sich nicht nur in den Bergen, sondern auch unter Schnee und Eis versteckt. Hätten wir uns eigentlich auch denken können. Es ist trotzdem ein wunderschöner Ausblick und es sind nur wenige Menschen hier.

Dazu kommen einige Bergziegen, die wir nun aus der Nähe beobachten können. Mich hat der Trail ganz schon geschafft, immerhin 460ft Höhenunterschied auf 1.5mi und das im Schnee. D.h. ich sitze eigentlich nur da, ruhe mich aus und lasse die Umgebung auf mich wirken. Danilo versucht die Bergziegen und Groundsquirrels zum Modeln zu bewegen 😉



Als eine Gruppe von Wanderern kommt, entscheiden wir uns den Rückweg anzutreten. Wir haben den Eindruck, uns kommen hier mehr Menschen entgegen, anscheinend hatten wir wieder mal das perfekte Timing. Die Groundsquirrels lassen sich aber nicht verschrecken und genießen die Sonne. Wir können die Eltern nicht verstehen, die ihre Kinder den Tieren hinterher jagen lassen oder aber auch die Eltern, die einfach überall neben dem Trail rumtrampeln. Ändern können wir es nicht, aber wir haben dazu unsere Meinung.

Wieder am Auto sehen wir, dass sich der Parkplatz doch recht gefüllt hat und somit ist es die beste Zeit für uns weiterzufahren. Die zweite Baustelle hinterm Pass bietet wieder einige Zeit zum Fotografieren und wir nähern uns allmählich dem Ausgangspunkt unserer zweiten Wanderung heute.

Weiter im Tal ist es inzwischen recht warm geworden und es wird auch schwieriger einen Parkplatz an der Avalanche Gorge Bridge zu finden. Aber auch hier haben wir Glück – wir bekommen den letzten.

Zunächst führt der Trail entlang des Trail of the Cedars, wo einige beeindruckende Exemplare dieses Baumes stehen und dann weiter auf dem Avalanche Lake Trail. Im Schatten der Bäume ist es wieder angenehmer, dennoch 500ft. Höhenunterschied auf 2mi one-way zeigen bei mir wieder ihre Wirkung. Danilo spaziert vor mir her und schießt Fotos (bei ihm sieht das mit dem Wandern einfacher aus… :blecken:) und wir legen ab uns zu eine Pause ein, d.h er wartet auf mich und dann geht’s weiter :wink:. Am Anfang führt der Weg sehr idyllisch am Avalanche Creek entlang und später quer durch den Wald.

Nach doch unendlich scheinenden Anstiegen erreichen wir den Avalance Lake. Ich kann nur sagen – wow! Fünf Wasserfälle münden in den See. Ein toller Anblick. Wir machen Pause, essen was und versuchen uns mal wieder an einem Panorama – anders kann man dieser Umgebung nicht gerecht werden.

Wie immer ist der Rückweg einfacher, da es tendenziell eher bergab geht. Wieder am Auto kann ich nur sagen – ich war fertig. Der Tag war wunderschön, aber doch auch anstrengend. Zum Glück war es nicht weit bis zum KOA in West Glacier. Ich muss sagen, der beste KOA, den wir bisher hatten. Toll eingerichtet mit erfrischendem Pool und es gab abends für kleines Geld frisches BBQ vom Platzbetreiber. Einfach, aber äußerst lecker. Auf er Schaukel unserer Kabin kurz noch den Abend genossen und dann einfach nur ausschlafen.

Gefahrene Strecke: 97.6 km
Übernachtung: West Glacier KOA 79,31 USD (63,78€)
Map: St. Mary – West Glacier

Bild des Tages:
Wie ihr sehen könnt, hatten wir viel Spaß im Schnee.

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