2010 USA – Nordwesten – 16.07.

16. Juli 2010 Astoria – Lincoln City

 

Was soll ich sagen, ich habe wirklich sehr gut geschlafen. Ich bin durchaus erstaunt, was die dünne grüne Matratze leistet und befinde, das Zelten doch gar nicht so schlecht ist. Der Anfang ist also gemacht.

Nach dem Frühstück (Pancakes „all you can eat“ im KOA Gemeinschaftshaus) brechen wir wieder auf. Der erste Weg führt uns zurück nach Washington. Am gestrigen Tag hatten wir es nicht mehr geschafft, also besuchten wir heute Morgen den Cape Disappointment State Park. Er umfasst 2000 Acres Land an der Mündung des Columbia Rivers. Den Namen erhielt das Kap von der Tatsache, das an der Flussmündung eine Sandbank ist, die mehr als 200 Schiffe sinken lies. Inzwischen wurde die Flussmündung entsprechend befestigt, trotzdem herrscht Lotsenpflicht (gibt darüber auch nette Dokus im TV).

Es gibt ein Cape Disappointment Lighthouse, welches noch in Betrieb ist und nicht von innen besichtigt werden kann. Besichtigt werden kann aber ein wenig nördlich, auch im Park gelegen, das North Head Lighthouse, was wir auch direkt machen. Rund um das Lighthouse hat man einen tollen Blick auf die Küste.


Inzwischen ist unsere Neugier geweckt und selbst, wenn wir nicht reinkönnen, wandern wir doch den Trail zum Cape Disappointment Lighthouse. Ich kann nur sagen, der Weg war ganz schön steil. *puh*

Von hier fahren wir wieder nach Astoria über die Astoria-Megler-Bridge, die immerhin 6km lang über den Columbia River führt. Mehr Infos gibt es hier: http://en.wikipedia.org/wiki/Astoria%E2%80%93Megler_Bridge

Wahrlich ein beeindruckendes Bauwerk. Man sollte allerdings schockfrei sein. Der mittlere Teil der Brücke ist sehr flach und hier segeln die Möven auf der gleichen Höhe. Mehr als einmal denk ich, wir haben gleich so einen Vogel in der Windschutzscheibe. Um mich abzulenken, schau ich lieber aufs Wasser raus und sehe tatsächlich Robben.

Von Astoria aus geht es weiter nach Süden bis Cannon Beach. Ein nettes Örtchen, leider mit ziemlicher Parkplatznot, bei welchem der Strand vom sogenannten Haystack Rock dominiert wird. Wie schon öfters haben wir wieder mit Nebel vom Meer zu kämpfen.


Am Haystack Rock selbst ist ein Gebiet abgesteckt, wo es zwischen Steinen allerlei Meeresgetier zu beobachten gibt. Einmal nicht aufgepasst und schon hab ich nasse Schuhe und einen Mann, der sich vor Lachen kaum auf den Beinen halten kann.
Aber och habe Glück im Unglück, endlich ist die Sonne stärker und der Nebel verzieht sich zunehmend, so dass doch ein paar schöne Bilder gelingen.

Barfuss geht es zurück zum Auto und schon sind wir wieder unterwegs. Nächstes Ziel – Tillamook. Hier wollen wir auf den Three Capes Scenic Loop abbiegen. Das schaffen wir auch, aber danach ist der Loop eher dürftig ausgeschildert und auch die Strassenqualität ist jenseits von Gut und Böse.

Zuerst geht es zum Cape Lookout State Park. Hier wollen wir zelten und den Abend am Strand genießen. Wir haben aber verdrängt, dass heute Freitag ist und somit sind alle Zeltplätze schon besetzt. Hm, was nun? Wir können nur weiterfahren.

Direkt weiterfahren wollen wir nicht, da wir sonst das dritte Cape nicht sehen können. Somit geht es mit ein wenig Rumirren zum Cape Maeres. Wir besichtigen das dortige Lighthouse und eine über 2000 Jahre alte Sitka Fichte – genannt Octopus Tree wegen der ganzen Äste.



Die nächste größere Stadt ist Lincoln City und dort wollen wir nun unser Glück probieren. Wir finden heraus, dass es dort einen KOA gibt, also nix wie hin. Der liegt aber leider nicht am Strand, wie gehofft, sondern im Landesinneren unweit des Devil’s Lake. Die haben keinen Zeltplatz mehr frei, bieten uns aber eine Site für kleine Wohnmobile an. Wir greifen zu, liegt es doch sehr idyllisch im Wald und es ist immer noch Freitag mit einer tollen Wettervorhersage fürs ganze Wochenende, d.h. es sind viele Amerikaner unterwegs.
So ist es zwar recht eng zu den Nachbarn, aber was solls. Ist ja nur eine Nacht.

Wir bauen das Zelt auf und wollen in die Stadt, um was zum Essen zu kaufen. Auf dem Weg dahin kommen wir tatsächlich an einem Tanger Outlet vorbei. Ich bin perplex. Den ganzen Tag konnten wir die Häuser zählen und nun ein Outlet Center? Ah ja, da werden wir mal einen kleinen Abstecher machen. Mal wieder schleppt Danilo mehr Tüten mit raus, als ich. Und da sagt noch mal einer, Frauen kaufen viel.

Zum Essen kaufen wir ein warmes Hähnchen im Safeway, welches wir später am Strand essen wollen, denn zumindest den Sonnenuntergang am Strand wollen wir uns nicht nehmen lassen. Im Safeway gibt es aber noch was anderes – 2 Pfund Heidelbeeren für den Preis, wo ich in Deutschland 150g bekomme. Also direkt zugegriffen. Danilo ißt zwar keine, aber ich habe die nächsten Tage fleißig was zum Naschen und noch dazu gesund.

Am Strand kommt dann die nächste Enttäuschung, der Wind ist so stark, das es einfach zu kalt ist, um in Ruhe dazusitzen und zu essen. Wir halten es nur kurz im Windschatten eines alten Baumstammes aus, bevor wir zum KOA zurückfahren.


Hier machen wir es uns bei einem Feuer bequem und ich kann auch endlich meine nassen Schuhe vom Vormittag trocknen. Nur immer aufpassen, dass sie nicht zu nah am Feuer sind… Und so geht der Tag der Leuchttürme zu Ende.

Gefahrene Strecke: 319.9 km
Übernachtung: Lincoln City KOA (33,66USD/26,04€)
Map: Astoria – Lincoln City

Bild des Tages:
Hm, ob der Fahrer weiß, was da steht…

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