30.06.2004 - Radium Hot Springs - Banff
 

Text? Nachdem um 07:00Uhr der Wecker klingelte, konnten wir nach einem kleinen Frühstück gegen 08:15Uhr in Richtung Banff aufbrechen. Gleich nach Verlassen des Ortes sahen wir eine Gruppe von Mountain Goats, die ziemlich zottelig aussahen, da sie gerade ihr Sommerfell bekamen.

Den ersten Stopp legten wir am Olive Lake ein. Als wir auf den Parkplatz ankamen, bemerkten wir sofort das Schild "Bear in Area". Bis auf eine andere Person waren wir dort auch völlig allein und bei jedem Knacken in Gebüsch zuckt man zwangsweise zusammen. Wer weiß wieviele Bären in uns ihr Frühstück gesehen haben und so machten wir uns bald wieder auf den Weg. Unterwegs hielten wir immer wieder an den zahlreichen Viewpoints und genossen die Aussicht.

Bei all den verbrannten Bäumen vermutet man ja nicht unbedingt viel Leben, bis uns urplötzlich eine Wapiti-Kuh vors Auto sprang und seelenruhig die Straße überquerte. Wahrscheinlich rechnen die Tiere wegen den verbrannten Bäumen nicht mit Touristen.

Den ersten ausführlichen Halt machten wir an den Paint Pots und liefen den kurzen Trail zu den Pots. An diesem Ort ist die Erde ockerfarbig. Dies wurde früher von den Ureinwohnern und den ersten Siedlern als Handelsware benutzt, bevor man die Gegend unter Schutz stellte.
Wegen unserer Dusseligkeit vergaßen wir mal wieder die leere Speicherkarte und so entstanden nur sehr wenige Bilder dieser teilweise bizarren Landschaft.

Text? Den nächsten Stopp machten wir am Vermillion Pass. Dies ist zugleich die kontinentale Wasserscheide im Kootenay NP. Am Vermillion Pass führt ein Rundkurs durch ein Stück verbranntem Wald von 1969. An mehreren Stellen sind Schautafeln aufgestellt, die die Neuentstehung von Leben nach Waldbränden erläutern.

Nach dem Kootenay NP landeten wir im Banff NP. Zuerst beschlossen wir den Bow Valley Parkway 1A zu fahren. Dies ist eine „kleine“ Straße parallel zum Transcanada Highway #1 und führt gemächlich durch das wunderschöne Bow Valley. Den ersten Halt machten wir am Johnston Canyon. Hier haben wir die größte Touristenansammlung während unserer ganzen Reise erlebt. Es war wirklich voll. Also stürzten wir uns mit ins Getümmel und liefen den Weg zu den Lower Johnston Canyon Falls. Teilweise wurde es da schon ziemlich eng, wenn gerade mehrere Gruppen von vorne und hinten drängelten.

Nachdem wir den Canyon hinter uns gelassen haben, fuhren wir den Parkway weiter in Richtung Banff und stoppten öfters an den verschiedenen Viewpoints. Bei einem passierte dann das Unglaubliche (hier hieß es, dass man häufig Bighorn Sheeps sehen kann). Wir wollten gerade wieder ins Auto steigen, als wir an der Parkplatzausfahrt ein Auto abbremsen sahen. Wir gingen also dahin und sahen dort im Gebüsch einen mächtigen Wapiti-Hirsch grasen. Dies war keine 100m von dem Viewpoint entfernt, wo wir uns aufhielten. Ich schnappte mir sogleich die Video-Cam und hielt einfach drauf (natürlich in sicherer Entfernung). Einige andere hielten mit ihren Autos näher dran, aber den Hirsch störte das überhaupt nicht.

Irgendwann fuhren wir dann einfach weiter und nahmen unser nächstes Ziel, den Lake Minnewanka, in Angriff. Dieser hat uns jetzt nicht sonderlich begeistert und eine Bootsfahrt war uns zu teuer, so dass wir bald weiterfuhren und den nächsten Stopp am Two Jack Lake einlegten. Dort war es schon deutlich ruhiger und wir beobachteten die Squirrels, die sich dort in rauer Menge aufhielten.

Der nächste Punkt auf der Liste waren die Hoodoos, die sich etwas oberhalb von Banff befinden. Von dort hat man einen wunderschönen Blick über das gesamte Tal bis zum Fairmont Hotel von Banff.
Die Fahrt ging weiter in Richtung dieses Hotels, bis wir die Bow River Falls erreichten. Auch dort war wieder einen Menschenmenge unterwegs, so daß man um einen guten Aussichtspunkt schon kämpfen mußten.

Im Anschluss fuhren wir zuerst zu unserem Hotel in Banff. Zu diesem Zeitpunkt war auch das schöne Wetter vorbei, denn es fing an, aus Kübeln zu schütten. . Und jetzt ratet mal, wer das Gepäck holen mußte.
Somit blieben wir erstmal im Hotel und nutzten die Zeit für ein paar Karten, die noch zu schreiben waren. Außerdem mussten die Fotos wieder auf das Notebook. Nachdem der Regen aufgehört hatte, liefen wir noch ein bisschen durch Banff. Es ist ein sehr touristischer Ort, aber doch nett zum Bummeln. Nach einem Abendessen bei Subway’s und einem kleinen Einkauf gingen wir dann wieder zum Hotel zurück, wo wir den Tag in Ruhe ausklingen ließen.