29.06.2004 - Revelstoke - Glacier NP - Yoho NP - Radium Hot Springs
 

Text? Anja war heute schon sehr zeitig wach und so konnte sie in Ruhe den Sonnenaufgang in Revelstoke bewundern. Meiner einer drehte sich aber noch einmal grummelnd um. Irgendwann wurde ich dann doch aus den Federn geschmissen und wankte in Richtung Dusche, um halbwegs wach zu werden. Nach der Dusche ging es zum Frühstück ins zugehörige Steakhouse. Das Frühstück war sehr gut und vor allem im Übernachtungspreis mit drin.

Nach dem Frühstück für uns und für unseren PTCruiser ging die Fahrt wieder weiter bis wir den Glacier NP erreichten.
Wir hatten am Vorabend uns schon ein paar kleiner Trails ausgesucht, die wir direkt ansteuerten. Leider waren die Trails wegen Bärenwarnung geschlossen, so dass wir umplanen mussten. Wir entschieden uns erstmal das Visitor Center anzufahren, um uns zu erkundigen, wo man etwas laufen kann. Mit Hilfe der Ranger fanden wir den Great Glacier Trail, der unseren Vorraussetzungen am nächsten kam. Nachdem wir uns noch etwas im Center umgeschaut hatten, fuhren wir zurück zum Parkplatz am Great Glacier Trail. Dieser Trail folgt einem Gletscher Tal bis zum Fuß des Gletschers. Wir gingen allerdings nicht bis zum Ende, sondern drehten vorher wieder um, da es mittlerweile sehr warm geworden war und wir nur wenig Wasser dabei hatten. Trotz allem bot sich uns eine fantastische Aussicht, die wir noch richtig genossen.

Text? Da hier durch die ganzen Bärenwarnungen eigentlich alle kleineren Trails geschlossen waren, machten wir uns wieder auf den Weg und erreichten wenig späte den Yoho NP.
Hier nahmen wir den ersten Abzweig zum Emerald Lake. Da dieser auch von Reisebussen gut anfahr ist, war dementsprechend auch viel los. Wir beschränkten uns auf ein paar Minuten Laufen am Ufer und ein paar Fotos und fuhren wieder weiter.
Bei der Rückfahrt legten wir einen Zwischenstop an der "Natural Bridge" ein. An dieser Stelle hat sich der "Kickin Horse River" seinen Weg so durch das Gestein gesucht, daß eine natürliche "Brücke" entstanden ist.

Als nächstes nahmen wir die Stichstraße zu den Takakkaw Falls. Wir fragten uns schon die ganze Zeit, was der eine Zacken auf der Landkarte bedeuten sollte. Nach einigen Kilometern sahen wir es. Es bezeichnete einen „Switchback“. An dieser extrem scharfen Serpentine kommen Fahrzeuge über 7m nicht um die Kurve, sondern müssen eine Strecke rückwärts fahren , um anschließend vorwärts weiterfahren zu können. Wer das nicht wusste und nicht wollte, hatte hier ein Problem. Meiner Ansicht nach, gab es dort keine Möglichkeit zu wenden. Als wir dort ankamen, fuhr vor uns gerade ein Reisebus rückwärts hoch. Was eine Leistung.
Mit unserem kleinen PKW war das alles aber kein Problem und so erreichten wir schnell die Fälle. Die Takakkaw Falls sind die zweithöchsten Fälle in Kanada und stürzen sich über 380m in zwei Stufen in die Tiefe. Je näher wir dem Fall kamen, umso feuchter wurde die Luft. Aus Angst vor Beschädigung meiner Technik, gingen wir aber nicht bis ganz heran, sondern machten wieder kehrt und schauten ihn uns noch etwas aus der Ferne an.
Anschließend machten wir uns wieder auf den Weg. Nach wenigen Kilometern sahen wir einen PKW am Strassenrand stehen und fragten uns, was da ist. Also hielten wir an und da sahen wir ihn: unseren ersten Schwarzbären. Dieser schien die neue Gesellschaft nicht so zu schätzen und verzog sich schnell wieder in das dichte Unterholz.

Emerald Lake Wieder auf dem Highway 1 ging die Fahrt gen Osten weiter. Der nächste Stop war an den Spiral Tunnels. An dieser Stelle wurde nach Schweizerischem Vorbild zwei Tunnel in einer Spirale gebaut, um so das große Gefälle für die Bahn zu überwinden. Wenn man Glück hat, kann man auch einen Zug bewundern, wie er dieses System nimmt. Diese Stelle ist eine der wenigen Stellen, wo ein Zugführer seine letzten Waggons sehen kann. Leider kam gerade an dieser Stelle kein Zug , so dass wir bald weiterfuhren.

Wir mussten jetzt auch etwas auf die Tube drücken, um noch rechtzeitig in Radium Hot Springs anzukommen. Wir fuhren durch den Banff NP zügig durch, bis wir den Kootanay NP erreichten.
Hier sahen wir die extremen Auswirkungen der großen Waldbrände von 2003, bei dem große Teile der Wälder verbrannt sind. Wir fuhren erstmal nur durch und erreichten gegen 18:30Uhr unser Motel in Radium Hot Springs. Nach einem kleinen Einkauf nahmen wir unser Abendessen beim örtlichen Italiener ein. Nach dem Essen beschlossen wir die heißen Quellen zu testen und so fuhren wir zu den Hot Springs im Ort, wo wir unsere müden Glieder im heißen Wasser entspannten. Gegen 22:00Uhr waren wir wieder im Motel und fielen fix und alle, aber zufrieden in die Federn.