28.06.2004 - Kamloops - Revelstoke
 

Text? Nach einem kleinen Frühstück gegenüber beim McD machten wir uns gegen 8:00Uhr auf den Weg Richtung Revelstoke. Den ersten Stop legten wir im kleinen verträumten Örtchen Sicamous ein, wo wir uns für ca. ½ Stunde am Ufer des Sees die Beine vertraten und den Hausbooten zusahen. Für mich als Eisenbahnfan kam natürlich wieder ein laaaanger Zug vorbei, den ich auch gleich auf Video festhielt.

Wir fuhren schließlich weiter und kamen zu „The Last Spike“ in Craigellachie. An diesem Ort wurde der letzte Nagel am 7. November 1885 in die transkanadische Strecke der Canadian Pacific Railway geschlagen. Zu dieser Zeit war es sogar die längste Eisenbahnlinie der Welt. Wir sahen uns etwas im örtlichen Souvenirshop um und kletterten etwas im ausgestellten Waggon der CPR herum. Dabei kommt so richtig das Kind in einem wieder zum Vorschein, welches überall herumkriechen möchte.

Weiter gin die Fahrt auf dem Transcanada Highway #1 durch die fantastische Bergwelt und nach kurzer Zeit erreichten wir unser Etappenziel Revelstoke. Unser Motel "Frontier Lodge" fanden wir auch sehr schnell und checkten schonmal ein. Jetzt bewahrheitete sich mal wieder das typische, jedes Türschloß in Amerika funktioniert irgendwie anders. Nachdem ich geschlagene 15 Minuten fluchend vor dem Türschloß verbrachte , ging Anja nochmal zur Rezeption und ließ es sich mal richtig erklären (ein richtiger Mann fragt nicht, er probiert solange, bis es geht ). Die hatten da sogar ein Modell des Schlosses stehen. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Die Zimmer waren zwar sehr klein, aber alles war sauber und sehr günstig. Nachdem wir uns etwas erfrischten, brachen wir auf zum Revelstoke NP, der praktisch direkt hinter der Stadt beginnt. Text?

Unser erster Weg führte uns gleich zum „Meadows in the Sky Parkway“. Dies ist eine Stichstraße, die sich über mehrere Serpentinen zum Gipfel des Mount Revelstoke hochschraubt. Am Eingang kauften wir uns auch gleich unseren National Park Pass. Hier sagte man uns schon, dass wir nur bis zum unteren Parkplatz fahren können, da weiter oben noch Schnee liegt. Die Straße schlängelt sich dann durch unzählige Serpentinen immer weiter den Berg hinauf und gibt immer wieder einen fantastischem Ausblick auf Revelstoke und die umliegenden Berge frei.

Irgendwann kamen wir dann am Parkplatz an und da hatten wir das nächste Problem: Wo parken? Dadurch, daß nur der kleine Parkplatz offen war, waren die Plätze etwas beschränkt. Ich stellte unseren kleinen PTCruiser dann einfach mehr oder weniger auf einen Schneehaufen. Durch den vielen Schnee war hier sowieso nicht an reguläre Parkreihen zu denken. Die nächste Frage bestand jetzt, was anziehen? Hier lag zwar noch überall viel Schnee, aber es war doch schon ordentlich warm, so beschränkte ich mich dann doch nur aufs T-Shirt und Anja auf einen dünnen Pulli.

Text? Dann starten wir den Weg der "Straße" folgend Richtung Gipfel. Zum Teil bestand die Straße nur aus einer festen Schneedecke, so daß wir den besten Weg durch erst noch suchen mußten. Erstaunlich, daß da manche nur in Schlappen unterwegs waren. Nach einiger Zeit kamen wir dann doch oben an und genossen die fantastische Aussicht und die Ruhe. Durch den Schnee kommen noch nicht so viele Touristen hier hoch. An weitere Trails hier oben war aber nicht mehr zu denken, abseits der Straße teilweise ziemlicher Matsch und tiefer Schnee war und wir dafür nicht ausgerüstet waren. Mich reizte aber noch der alte Feuerwachturm und so nahm ich den "Querfeldeinaufstieg" in Angriff. Dort oben hat man eine sehr schöne Rundumsicht auf den Park.

Unten im Tal wieder angekommen, fuhren wir zum „Giant Cedars Trail“, wo wir zum ersten Mal so große Bäume in Echt gesehen haben. Dieser Trail ist durch die vorhandene Wegführung auf einem Holzsteg sehr leicht zu gehen. Leider war der ganze Rundweg nicht begehbar, da der Pfad gerade komplett restauriert wurde. Am Umkehrpunkt des Trails schmiß ich aus Versehen meine Sonnenbrille über die Brüstung ins Gebüsch. Jetzt war guter Rat teuer. Das verlassen des Steges ist ja eigentlich verboten, aber ohne Sonnenbrille kann ich nicht weiter fahren. Also warteten wir so ca. 15 Minuten bis keine anderen Personen mehr in Sichtweite waren und ich sprang kurzerhand über die Brüstung und schnappte mir meine Sonnenbrille.

Danach fuhren wir zum „Skunk Cabbage Trail“, in Erwartung was dort auf uns wartet. Dieser Trail führt auf einem schmalen Holzsteg durch ein Moor, welches eine Unzahl von Skunk Cabbages enthält. Diese Pflanzen verströmen nach der Blüte einen widerlichen Gestank, dem sie auch ihren Namen verdanken. Zum Glück war es bei unserem Besuch noch nicht soweit, denn dann kann man den Trail bestimmt vergessen, außer man hat eine Gasmaske dabei. Außer den Stinkplanzen gab es eine Unzahl von Blumen und verschiedene Vögel zu bewundern.

Anschließend fuhren wir wieder nach Revelstoke und schauten uns etwas die Stadt an. Das Eisenbahnmuseum war leider schon geschlossen so fuhren wir weiter und parkten das Auto und liefen ein paar Minuten am Ufer des Flusses entlang. Auf der Karte entdeckten wir dann noch den Staudamm, der etwas nördlich von Revelstoke liegt und fuhren noch dahin. Leider hatte er auch schon geschlossen und so mussten wir uns mit ein paar Bildern von außen zufrieden geben.
Da es jetzt schon langsam dunkel wurde, fuhren wir wieder zurück zum Motel. Abendessen gab es heute im angeschlossenen Steakhouse, welches innen wirklich sehr urig eingerichtet ist. Bei einem sehr guten Burger mit French Fries und Salat ließen wir es uns gut gehen.
Bei etwas fernsehen und Karten schreiben, haben wir den Tag ausklingen lassen.