05.07.2004 - Wells Gray PP
 

Text? Nach einem umfangreichen und guten Frühstück fuhren wir erstmal noch nach Clearwater in die Pharmacy, um uns Insekten-Spray zu besorgen. Schon am Vortag am Green Mountain Lookout haben uns die Biester ziemlich genervt.
Nachdem wir uns mit diesem extrem penetrant riechenden Zeug eingerieben haben, konnte die Fahrt in den Park beginnen.

Schon kurz vor dem eigentlichen Park bemerkten wir ein paar hundert Meter vor uns, wie etwas großes schwarzes die Straße überquerte. Zuerst dachten wir an einen Hund, da daneben eine Siedlung liegt. Als wir uns dann der Stelle näherten, merkten wir, dass es sich um einen Schwarzbären handelte, der in aller Seelenruhe in das Wohngebiet hinein spazierte.

Geplant war heute eigentlich eine Wanderung auf dem Helmcken Falls Rim Trail bis zur Abbruchkante des Wasserfalls. Nach ein paar hundert Metern entschieden wir uns aber wieder umzudrehen, da die Mücken einfach zu zahlreich waren und uns sogar durch die Kleidung stachen. Die eingeriebenen freien Flächen wie Hände und Gesicht blieben verschont, aber nicht bedeckte Flächen wie z.B. Beine.
Da wir nicht geplant hatten, wegen zuviel Blutverlust auf der Strecke zu bleiben , fuhren wir einfach nur zum normalen Parkplatz des Helmcken Falls und betrachteten ihn uns einfach aus der Ferne, wie jeder normale Tourist. Die Fälle sind schon sehr beeindruckend. Leider kommt aus der Entfernung die eigentliche Größe nicht richtig zur Geltung. Der Wasserfall ist 141 Meter hoch. Zum Vergleich: Die Niagara Fälle sind „nur“ 58 Meter hoch.

Nach einer ausführlichen Pause, setzten wir unsere Fahrt im Park gen Norden fort. Plötzlich sahen wir am Straßenrand den nächsten Bären. Leider war hier an anhalten nicht zu denken, da es eine unübersichtliche Kurve war.

Text? Der nächste Stopp war an Rays Farm. An dieser Stelle wohnten die einzigen Bewohner des Parks. Um 1900 hat sich an dieser Stelle Alice und John Ray in der Einsamkeit niedergelassen, um ein Leben abseits jeglicher Zivilisation zu führen. Alice gebar hier auch das einzige Kind, was im Park geboren wurde. Nach John Ray’s Tod zog die Mutter allerdings aus dem Park heraus. Sie wurde später nach ihrem Tod an der Seite ihres Mannes im Park beerdigt. Ihre alte Farm ist heute leider relativ verfallen. Vor mehreren Jahren wurde sie von Vandalen fast zerstört. Als sie nach einem Neuaufbau erneut zerstört wurde, entschloss man sich, die Farm so zu lassen. Heute kann man sie auf einem kurzen Trail auf dem Gelände erkunden. Die Lichtung, auf der die Farm steht, soll auch gut für Tierbeobachtungen taugen. Davon war uns allerdings nichts gegönnt.

Text? Den nächsten Halt legten wir an „Baily’s Chute“ ein. Diese beeindruckenden Stromschnellen sind besonders bei sehr geübten Kajak-Fahrern beliebt. Am Abend vorher hab ich in einem Buch im B&B sogar eine Beschreibung gelesen, wie man mit einem Kajak diese Stromschnellen zu nehmen hat. Kurz gesagt war das Fazit darin: „You have one chance only!“.

Anschließend fuhren bis zum Ende der Straße im Park zum Clearwater Lake. Dort unternahmen wir einen kleinen Spaziergang, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten.

Auf dem Rückweg hielten wir noch an den Mineral Springs an. Diese Mineralquelle, auch zu Fuß zu erreichen von Ray’s Farm, besteht aus einem kleinen Hügelchen, aus dem Mineralwasser sprudelt. Durch eine Absperrung kommt man aber nicht mehr so nah heran, dass man das Wasser probieren kann, wie der Reiseführer empfahl. Es ist aber auch gut so, denn sonst würde wahrscheinlich die Quelle durch zu viele Leute zerstört werden.

Kurz nachdem wir dann unsere Fahrt wieder fortgesetzt haben, sahen wir mehrere Autos am Straßenrand stehen. Wir stellten uns also hinten dran und schauten in den Wald. Zu sehen war aber nichts. Wir dachten somit, dass sich was immer da war wieder verzogen hat. Wir fuhren also an der Autoschlange vorbei, als Anja plötzlich „Halt!“ rief. Da bewegte sich doch tatsächlich ein Bär am Straßenrand entlang, genau in unsere Richtung. Auf unserer Höhe hielt er dann an und fing an mit einem Baumstamm zu spielen. Wir saßen somit in der ersten Reihe und beobachteten ihn ein bisschen.

Nach diesem grandiosen Erlebnis machten wir auf der Ranch erstmal eine Pause (nicht ohne noch mal an den Helmcken Falls anzuhalten, da wir Zeit hatten), wo ich eine ganze Zeit die Kolibris beobachtete, die an einer dort angebrachten Kolibri-Tränke herumschwirrten. Außerdem ging es wieder zur Büffel-Beobachtung ans Gehege.
Zum Abendessen fuhren wir wieder zum Dairy Queen, da wir nichts anderes in Clearwater gefunden haben. Diesmal aber gleich mit Cola.