2015 Südafrika – 27.09.

26./27.09.2015 – Frankfurt – Johannesburg – Kapstadt

 

Abflüge am späten Abend haben einen Vorteil: Es langt wenn man erst an dem Tag anfängt zu packen. Wozu eher Stress machen, als nötig? 😉

Per Nachbarschaftsexpress ging es für uns am frühen Abend zum Frankfurter Flughafen. An der Gepäckabgabe, Passkontrolle und Security war noch nix los; die langweilten sich schon fast zu Tote, also verschafften wir denen zumindest etwas Bewegung.

Für den heutigen Lufthansa-Flug nach Johannesburg hatten wir zwar eine Wartelistenanfrage auf Business, aber daraus wurde leider nichts. Als Ausgleich gab‘s zumindest Premium Eco; wenn auch dies nur mit Mühe. IT ist schon was Feines; wenn sie denn funktionieren würde. 😉

Die Premium Eco war m.E. ganz gut; Sitzabstand nach vorne sehr gut und ebenfalls zur Seite war deutlich mehr Platz. Das Essen war das Gleiche wie in der Eco, aber in Porzellan angerichtet. Business wäre schöner gewesen, aber besser als Eco.
Der Flug war wie geplant langweilig Hoch 10; kein Gewackel, nix. Selbst die Luftstraßen waren ohne Schlaglöcher und so landeten wir pünktlich in Johannesburg.

Die Immigration ging trotz A380 recht flott; nicht allein deswegen, weil die meisten als Herdentiere zur Reihe „Visa Required Passports“ stürzte und nur wenige, inklusive uns, zur „Visa Exempted Passports“. Mehr Zeit ließ sich unser Gepäck; gefühlt im allerletzten Container landete es auf dem Band. In Gedanken suchte ich schon mal den „Lost Baggage“-Schalter. Aber anscheinend war unseren Taschen dann doch zu langweilig und sie gesellten sich zu uns.

Draußen angekommen, holten wir uns die ersten Rand und weiter ging es zur Gepäckabgabe für den Flug nach Kapstadt. Aus der ersten Schlange wurden wir gleich wieder weg und hoch ins Terminal geschickt. Nach dem langen Flug waren wir noch nicht richtig auf Afrika eingestellt und so wurden wir prompt die ersten 10ZAR (ca. 0,75€) an einen freundlichen älteren Herrn los, der uns auf dem Weg zur Gepäckabgabe begleitete. Und das uns…

Da wir jetzt nicht mehr soooo viel Zeit hatten, ging es gleich ab zur Security, wo doch schon etwas mehr Betrieb war. Aber hier gab‘s dann Security, ala Afrika. Bei mir hat es gepiept, er schickt mich noch mal durch. Da piept es nicht und somit ok. Afrika halt…

Über den anschließenden Flug nach Kapstadt, kurzstreckengerecht auf A340-600, gibt’s nix langweiliges zu berichten. Nachdem die Flugbegleiter irgendwann hektisch anfingen die Getränkereste einzusammeln, dachte ich, dass der Flug gleich vorbei wäre. Ein Blick auf die Karte belehrte mich eines Besseren. Wir waren noch nicht mal ganz bei der Hälfte des Fluges…
Also langweilten wir uns weiter, denn das Inseat-Entertainment war zum Vergessen; da lief nur irgend so ein Werbefilmchen von South African.

Aber auch dieser Flug ging vorbei und wir landeten mit leichter Verspätung in Kapstadt, wo wir wieder auf unser Gepäck warten durften. Irgendwie will das nicht mit uns reisen.
Anja kaufte noch kurz etwas Wasser und dann ging es raus in die Kälte Afrikas. Jawohl „Kälte“.

Zu den Mietwagenanbietern latscht man(n und Frau) hier noch eine halbe Ewigkeit; das haben die bestimmt mit Absicht gemacht für die ganzen fluggeschädigten Touris.
Bei Hertz rein und gleich zum Gold-Schalter. Ich hatte mir ja damit versprochen, einfach schnell das Auto zu bekommen und verschwinden zu dürfen. Aber nix damit, wäre ja noch schöner.
Die Dame hinterm Tresen holte den gelben Umschlag, wo mein Name drauf stand und aus den Augenwinkeln sah ich das „Namibia/Botsuana“ im Bemerkungsfeld. Wenigstens das scheint zu funktionieren.
Sie tippelt dann so fröhlich in ihrem PC herum; die üblichen Fragen wegen erweiterter Versicherung, die ich aber alle nicht haben wollte. Ich habe hier zwar bei Hertz Vollkasko mit Selbstbeteiligung, aber da wird mir ein Großteil von der Kreditkarte übernommen.
Als sie so die Zettel am Sortieren ist, frage ich mal beiläufig wegen den Papieren für die Grenzübertritte. Dieser Blick – als käme mein Anliegen jetzt völlig überraschend. Ich deute mal auf den gelben Umschlag und dann ging das Getippe im PC weiter. Sie zeigt mir die Rechnung und zu meinem veranschlagten Betrag kamen die Kosten für den Grenzübertritt und eine Haftungsreduzierung dazu. Ähm, Moment, wieso Haftungsreduzierung? Das wollte ich doch nicht. Also bitte streichen.
Ok, also dann gezahlt und ich noch mal wegen den Papieren gefragt. Ich soll warten und mir mal einen Kaffee nehmen, kam als Antwort. Ich hatte erwähnt, dass ich das vorher angemeldet habe?

Nach einigen Minuten kamen sie und eine Kollegin wieder. Die Genehmigung für den Grenzübertritt könne sie mir geben, aber die Kopie der Fahrzeugunterlagen muss das Büro in Kapstadt ausstellen, welches heute zum Sonntag nicht geöffnet hat.
Innerlich leicht vor mich hin köchelnd, fragte ich mal nach, ob ich es auch bei der Station in der City abholen könnte; da kommen wir eher vorbei. Ja, kein Thema, die machen das fertig. Nicht dran glaubend, ließ ich mir noch die Telefonnummer von denen geben und dann machten wir uns aus dem Staub.

Draußen, durch die Kälte langsam wieder abkühlend, erreichten wir den Parkplatz. Unser Auto, ein weißer Ford Kuga, stand natürlich nicht auf dem beschriebenen Parkplatz, aber ein freundlicher Mitarbeiter zeigte ihn uns. Mittlerweile fing es auch an zu regnen, was mich aber nicht davon abhielt, penibel das Fahrzeug auf Schäden zu überprüfen. Ich hatte im März so ein Erlebnis der dritten Art bei Hertz in JNB, auf das ich dieses Mal gern verzichten möchte.
Das Auto war ok, die Reifen wie neu, aber scheinbar wollte Hertz damit auf Rennstrecken gehen. Das Profil mag für Straßen gut sein, aber doch nicht für Gravel und Co. An dieser Stelle malte ich mir schon aus, wie ich bei sengender Hitze in der Kalahari die Reifen wechsle.

Natürlich hatte ich die KfZ-Halterung fürs Handy (Navi) vergessen, so dass dies Anja übernehmen musste.
Vom Flughafen waren wir dann schnell auf dem N2 in Richtung Osten und auch gleich im ersten Stau … der sich aber zum Glück auf der Gegenseite befand. Es war Sonntag und ganz Kapstadt kam von Osten wieder in die Stadt rein.
Viel Interessantes gab es unterwegs nicht, außer dass das Wetter immer schlechter wurde; es stürmte und regnete immer stärker. Bin ich in Afrika oder England?

In Caledon verließen wir den N2 nach Süden und erreichten bei echt schlechtem Wetter und mittlerweile nahezu Dunkelheit L’Agulhas gegen 18:00Uhr. Gebucht hatten wir ein Hüttchen im Nationalpark und von nebenan kamen schon Kommentare von wegen, was wir machen, wenn die uns nicht mehr reinlassen; wenn da keiner mehr da ist.
Im Ort sahen wir die ein oder andere Unterkunft und somit betrachteten wir dies als lösbar. Hinterm Ort am Leuchtturm die nächste Frage; wo geht’s eigentlich zum Park, denn unser Navi streikte bei dieser Frage und ausgeschildert war auch nix. Die Adresse vom Office hatten wir und standen faktisch direkt davor. Ich ging da mal hin; dunkel und geschlossen war es, aber ein Zettel hing dran für Spätankömmlinge wie uns.

Also ab durch den Regen auf die Schotterpiste ca. 5km bis zum Gate, wo wir vom Wachmann begrüßt worden und den Schlüssel ausgehändigt bekamen. Auch gleich noch mal die Frage, ob wir auch noch mal raus kämen, wegen Futter fassen und so. Alles kein Problem kam als Antwort.
Somit rein in den Park zu unserem Hüttchen für die nächsten zwei Nächte. Schön war‘s hier, aber der Hunger kam und somit fuhren wir zurück nach L’Agulhas. In einem kleinen Laden kauften wir uns ein paar Vorräte für die nächsten Tage.
Für die Abendspeisung entschieden wir uns für das „SeaGulls“ direkt an der Hauptstraße. Leider war der Platz am Kamin schon besetzt, aber auch so ging es noch. Das Essen war gut und günstig. Ich bezahlte am Tresen und dann fuhren wir wieder zurück zum Park.

Nach ungefähr der halben Strecke kam dann so ein Gedanke in mir hoch; „Sch…, ich hab meine Fototasche im Restaurant vergessen“. Also wieder zurück und rein ins Restaurant. Die Tasche hing zum Glück noch genauso am Stuhl, wie ich sie hingehangen habe.

Zurück im Camp wurde dann nicht mehr viel. Es war ziemlich kalt geworden und so verkrochen wir uns nur noch unter die Decke.

Übernachtung: Agulhas Rest Camp – 1060ZAR
Gefahrene Strecke: 251km
Karte: https://goo.gl/maps/Ng6pq4skHS12

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