2010 USA – Nordwesten – 20.07.

20. Juli 2010 Baker City – Idaho Falls

 

Kurz nach 7 Uhr befinden wir uns schon auf dem Interstate 84. Direkt hinter Baker City verlassen wir Oregon und befinden uns nun in Idaho. War dieser Staat 2007 noch Schauplatz einer unserer Irrfahrten gewesen, klappt das diesmal schon besser.

Das Hauptziel heute ist das Craters of the Moon National Monument. Bis dahin sind es nur schlappe 500 km, für die man durchaus 5 Stunden braucht und zwar sehr laaaaaaaaaaange Stunden mit gaaaaaaaaaaaaaaanz viel Abwechslung.

Somit erreichen wir das Craters of the Moon National Monument in der prächtigsten Mittagshitze. Das Monument wurde 1924 ernannt, im Jahre 2000 erweitert und umfasst jetzt eine Fläche von 2.892km². In 2010 fanden 215.698 Besucher den Weg nach Idaho. Und wer hätte das gedacht, es liegt auf ~1.800m über dem Meeresspiegel, so dass es im Winter hier einiges an Schnee gibt.

Hier ist wirklich sehr wenig los. Uns stört es nicht und schon erkunden wir den Park auf der 7 Meilen langen Loop Road. Erster Halt ist beim North Crater Flow Trail. Ein sehr ebener (und somit der Tageszeit angepasster) Trail bei dem wir schon einige Lavaformationen sehen können. Es erinnert uns stark an den Hawai‘i Volcanoes National Park. Wer hätte gedacht, dass wir so schnell wieder Lava sehen würden.


Der Devils Orchard Nature Trail ist wegen Bauarbeiten gesperrt, also geht es direkt weiter zum Inferno Cone. Vom Parkplatz aus sieht der Weg schon recht steil aus, aber nicht so lang – 0.5 Meilen sollen es nur sein, also los. Und wie das immer so ist, kaum kommt man über die erste Kuppe, geht es immer noch weiter. In erbarmungsloser Sonne mit genug Wasser kämpfen wir uns nach oben.

Der Blick von oben ist wirklich toll und jemand hat ein Einsehen mit mir – es gibt einen einzigen Baum mit Schatten.


Runter geht es wie immer einfacher. 😉

Kurz erholt und dann weiter zu den Splatter Cones. Lava wurde hier in die Luft geschleudert und formte dabei Schlote. Dies kann man heute relativ einfach besichtigen und im sogenannten Snow Cone liegt tatsächlich noch Schnee. So was nenn ich natürlichen Kühlschrank.

Letzter Stopp im Park ist bei der Caves Trail. Zunächst führt der Weg durch ein Lavafeld in dem die Natur erst sehr langsam beginnt das Gebiet zurückzuerobern. Eigentlich will ich in die Dewdrop Cave, aber am Eingang beschließen wir, dass wir wohl doch nicht ideal ausgerüstet sind.

Wir probieren lieber den einfacher zu erreichenden Indian Tunnel. Gesagt getan – ein relativ einfacher Weg führt durch den Lava Tunnel und es sind nur wenige, durchaus schaffbare Klettereinlagen notwendig.


Wieder draußen geht es langsam wieder durch das Lavafeld zum Auto zurück, schnell ginge bei der Hitze auch nicht.

Bin ich froh, dass wir eine Klimaanlage haben. Wir beschließen den Rückzug und machen uns auf den Weg nach Idaho Falls. Noch mal knapp 150km liegen vor uns, also noch mal fast 2h Fahrt.

Unterwegs kommen wir durch das Gelände des Idaho National Laboratory. Als eine Einrichtung des US Energieministeriums wird hier vor allem an Kernenergie-Erzeugung geforscht. Nun ja, wir haben so unsere Meinung dazu und fühlen uns in dem Gebiet nicht wirklich wohl. Wir wollen einfach nur weiter. Wir scheinen aber einen Schichtwechsel erwischt zu haben und auf einmal teilen wir die Strasse mit dutzenden Bussen, die die Mitarbeiter wieder an ihre Wohnorte bringen. Manche Busse bleiben bis Idaho Falls vor uns.

Im Hotel googlen wir erstmal, wo wir da durch gefahren sind und erfahren, dass auf dem Gelände seit 1947 in Summe 52 Reaktoren gebaut wurden, von denen noch 3 in Betrieb sind. 1961 hatte es hier den ersten tödlichen Unfall in einem Reaktor auf US Gebiet gegeben, bei dem 3 Menschen starben, als es zu einer Dampfexplosion mit Strahlenfreisetzung kam. Wer will kann sich hier den Experimental Breeder Reactor I anschauen, der 1952 weltweit erstmals elektrischen Strom aus Kernkraft lieferte. Wir waren nur froh, dass wir schnell durchgefahren sind.

Die Suche nach dem Hotel bringt uns zu einem Super 8 und dort direkt nebenan gibt es ein Famous Dave’s BBQ (http://www.famousdaves.com/menuCategories/ribs/?LocationID=205). Nix wie hin – und es gibt Ribs… :essen: :essen:

Gefahrene Strecke: 654.2 km
Übernachtung: Super 8 Idaho Falls 88,55 USD
Map: Baker City – Idaho Falls

Bild des Tages:
Im Monument begegnen wir dieser skurrilen Teddybärrockerin.

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