30.09.2008 Oahu – Teil 1
 

Da schläft man friedlich, im Hintergrund das Rauschen der Wellen; plötzlich ein alles durchdringender Schrei, so als wenn man einer Katze auf den Schwanz tritt.
Aha, so klingen also „Shearwater“. Und das Ganze gegen 03:00Uhr morgens. Also doch alle Fenster zu machen, dann ist es halbwegs erträglich und wir können weiter schlafen.

Ein Blick an den Himmel verheißt heute morgen nichts Gutes - es regnet. Ok, somit müssen wir kurzerhand umplanen und die heutigen Aktivitäten auf die andere Seite der Berge verlagern.
Nach dem Frühstück hielten wir noch ein kurzes Schwätzchen mit der Besitzerin des Hauses und sie erzählte uns von einer kleinen Bucht hier um die Ecke, wo man Schildkröten sehen kann.
Wir planten sobald besseres Wetter wäre, an der Bucht vorbeizuschauen.

Zunächst entschieden wir uns für die SR61 in Richtung Honolulu, welche sich in schönen Serpentinen die Berge hinauf schraubt. Schon hier konnten wir ab und zu zwischen den Bergen erkennen, dass auf der anderen Seite der Berge besseres Wetter war. Kurz hinter den „Pali Tunnels“ zweigt nach rechts der „Nuuanu Pali Drive“ ab, den wir bis zum „Pali Lookout“ folgten. Hier oben waren wir wieder mitten in den Wolken, was sich mit leichtem Nieselregen und recht kühlem Wind bemerkbar machte. So war der Aufenthalt etwas ungemütlich, aber die Aussicht nicht weniger beeindruckend. Vor allem die Bewegung der Wolken über die Berge sah sehr gut aus.
Aussichtspunkt am Nuuanu Pali Drive

Ein paar Meilen weiter erwartete uns strahlender Sonnenschein und dem Unterfangen „Diamond Head“ stand nichts mehr im Wege. Wir merkten sofort, dass Nebensaison war, denn es war kein Problem, einen Parkplatz zu bekommen, obwohl es fast Mittag war. Da haben wir schon schlimmeres gehört.
Vom Boden dieses Vulkankraters kann man über einen Pfad bis in 232m Höhe zu einer Feuerleitstelle gelangen. Läuft man den größten Teil des Weges auf einem normalen Wanderweg an der Innenseite des Kraters, muss man nach Erreichen der Feuerleitstelle einiges an Treppen überwinden. Wer also nur schwer Treppen laufen kann, kann sich das Ganze sparen, denn die beste Aussicht hat man erst von oben, wenn man auch auf die Krateraussenseite und nach Honolulu schauen kann.
Auf dem Diamond Head - Blick auf Waikiki
Hier oben verweilten wir eine ganze Weile, machten Picknick und lauschten einem Ranger, der einiges Wissenswertes über die militärischen Einrichtungen hier im Krater erzählte.

So anstrengend war der Aufstieg zum Diamond Head für uns nicht und wir wollten den Nachmittag noch eine weitere Wanderung anschliessen. Was passt da besser als ein Wasserfall – die Wahl fiel auf den „Manoa Fall“. Die „Manoa Road“ war schnell im Navi eingegeben und ab ging es.
Als Parkplatz für den Wasserfall kommt leider nur ein kostenpflichtiger kurz vor dem Trailhead in Frage, da am Trailhead überall „No Parking“ Schilder stehen. 5$ für den Tag sind aber ok und der Parkplatz ist zumindest halbwegs bewacht.

Dieser Trail (ca. 1 Meile oneway) führte uns zum ersten Mal in den Regenwald. Das wirkte sich auch auf den Trail an sich aus, denn alles war nass und rutschig. Zusätzlich schwirrt einiges an Viehzeug um einen herum, so dass Antimückenspray zwingend erforderlich ist, aber ansonsten ist es einfach nur traumhaft. Alles um uns herum war grün, die Pflanzen wirkten alle exotisch auf uns und somit hatte unsere Kamera genug zu tun.
Blumen am Manoa Falls Trail Blumen am Manoa Falls Trail Moos am Manoa Falls Trail Blumen am Manoa Falls Trail

Nach ca. 1h erreichten wir den 160 Fuß hohen Wasserfall und brauchten erstmal eine Pause. Die hohe Luftfeuchtigkeit machte sich doch ziemlich bemerkbar. Wieder bei Kräften machten wir uns auf den Rückweg.
Manoa Fall Manoa Falls Trail

Für heute hatten wir genug gewandert und sind wieder auf der SR72 nach Kailua zurück gefahren.
Halt, vorher nochmal kurz zum Walmart, denn mir fiel ein, dass wir die Schnorchelausrüstung gestern vergessen haben.
Am „Halona Blow Hole“ hielten wir heute auch noch mal an, und siehe da, wir können auch aktiver sein.
Halona Blow Hole

Jetzt hatten wir noch etwas Zeit und gingen zu der kleinen Bucht, die uns empfohlen wurde, um Schildkröten zu suchen. Zuerst standen wir eine Zeit lang am Ufer und fragten uns, wo hier Schildkröten sein sollen und vor allem, wie wir sie sehen sollen. Aber plötzlich sahen wir sie. Immer wieder schauten kleine Köpfe aus dem Wasser. Da waren sie. Wir gingen etwas ins Wasser, um sie ein bisschen näher zu sehen, aber die Schildkröten verschwanden immer wieder. Erst als wir uns ruhig ins Wasser stellten, waren die Tierchen dann so neugierig, dass sie teilweise den Weg zu uns suchten und wir sie ab und zu direkt bei uns vorbei schwimmen sahen. Dabei sahen wir, dass es keine kleinen waren, sondern sie hatten eine Länge von ca. 1m. Wow!
Schnorcheln war hier allerdings unmöglich; die Sicht war unter Wasser gleich Null.

Nach diesem tollen Erlebnis holten wir uns von „Domino's Pizza“ eine große Pizza und genossen sie in unserem Apartment. Total müde fielen wir ins Bett und hofften, dass die Shearwater heute Nacht mit uns Erbarmen haben würden.

Übernachtung: B&B "Halehonuhawaii" (nicht mehr existent) - 101,99$ incl. Tax
Map: Kailua - Diamond Head - Manoa Fall - Kailua