27.03. Hurricane - Page
 

Ein Blick aus dem Fenster am Morgen ließ nichts Gutes erwarten. Am Himmel türmten sich schöne (eigentlich doch nicht so schöne) dunkle Wolken.
Wir gingen dann erstmal frühstücken, was gar nicht mal so schlecht war. Sogar Waffeln konnte man sich selbst machen.

Dann packten wir wieder alles ins Auto und fuhren in Richtung Kanab/Page. Dachten wir jedenfalls, denn plötzlich waren wir auf dem I15. Da hatte ich wohl die Karte etwas falsch interpretiert. Bei der erstbesten Gelegenheit wurde gewendet und wieder zurück, diesmal korrekt auf den SH59.
Mittlerweile kam sogar teilweise die Sonne heraus, aber die dunklen Wolken hielten sich wacker am Himmel, so dass wir endgültig entschieden, die „White Pocket“ zu streichen, denn auf Regen hatten wir auf einer doch recht anspruchsvollen Piste, wie zur „White Pocket“ keine Lust. Wer weiß, wie die sich im Regen entwickelt.

In Kanab tankten wir noch mal und fuhren weiter bis Page. Dort angekommen fing es teilweise auch an zu nieseln, so dass guter Rat teuer war.
Nach einiger Zeit der Beratschlagung entschieden wir uns für „Old Paria“. Zu der Zeit hat der Wind ziemlich zugenommen, so dass sich das Wetter eigentlich ständig änderte. Als wir beim alten Movieset ankamen, hatten wir sogar einige große Wolkenlücken, so dass wir zu durchaus noch brauchbaren Fotos kamen. Die Landschaft dort ist so grandios, dass wir uns so schnell gar nicht wieder trennen konnten.

Auf Grund des jetzt doch recht guten Wetters beschlossen wir, zum Alstrom Point raus zu fahren. Die Wegbeschreibung von Karsten Rau hatte ich ja dabei, also konnte es losgehen. Bei der Beschreibung wird ja erzählt, dass man bis kurz vor dem Lake Powell ja mit normalem PKW hinkommt. Naja, ist wohl recht optimistisch, denn ich saß mit dem Trailblazer schon vor der Flußdurchfahrt in Big Water auf. Da waren ein paar Löcher in der Straße, die ich wohl etwas übersehen habe. Außerdem war teilweise die Straße recht ausgewaschen, wo High Clearance schon von Vorteil war.
Bis zum Alstrom Point kamen wir allerdings nicht. Nicht weil die Straße zu schlecht war, sondern als wir ca. bei den letzten 4 Meilen waren und den ersten Blick in Richtung Lake Powell richten konnten und eigentlich die Berge auf den anderen Seite sehen müssten, sahen wir… nichts. Die Sicht war dermaßen schlecht, dass es völlig umsonst gewesen wäre, weiterzufahren. Außerdem drohten von Nord-Westen die nächsten dunklen Wolken.

Da es noch früher Nachmittag war, wollten wir noch zum „Glen Canyon Dam“. Den kann man sich schließlich auch bei schlechtem Wetter anschauen. Wir bekamen sogar noch Tickets für die letzte Tour, allerdings als die Zeit gekommen war, wurde die Tour wegen zu starken Winden abgesagt. Also durften wir auch hier unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Und jetzt? Als einziges viel mir jetzt noch die „Navajo Bridge“ ein, die wir uns noch anschauen könnten. Somit fuhren wir also dorthin.
Vorher musste allerdings noch die Kühlbox geleert werden, denn irgendwie transpirierte das Wasser nach außen. Der Parkplatz des Horseshoe Bend war dafür perfekt. Beim Leeren hat sich dann die Box in 100erte Einzelteile aufgelöst. Soviel also zu dem Thema.
Bei der Navajo Bridge angekommen war der Himmel mittlerweile völlig zugezogen und es wehte ein eiskalter Wind. Die gefühlte Temperatur war bestimmt deutlich unter 0°C.
Wir hielten uns trotzdem einige Zeit dort auf, denn es flogen mehrere Condors (was ist eigentlich die Mehrzahl von „Condor“) durch die Luft; über die Brücke, unter der Brücke durch. Ein fantastisches Schauspiel. Nur für den Fotoapparat waren sie meistens einfach zu schnell.

Anschließend sind wir noch zu dem kleinen Aussichtspunkt auf den Lake Powell nach dem Glen Canyon Dam gefahren, da wir noch etwas Hoffnung auf einen Sonnenuntergang hegten. Denn eine kleine Wolkenlücke war wieder da. Aber es wurde nichts draus und die Sicht nach Osten wurde auch nicht unbedingt besser.
Wir fuhren wieder zurück nach Page und checkten im Motel6 ein, anschließend ging es ins „Glen Canyon Steakhouse“, wo sich Anja ein Steak „New York“ und ich mir ein Porterhouse-Steak gönnte. Ich hatte wirklich Probleme, das Steak zu schaffen, aber mit viel gutem Zureden zu meinem Magen ging es irgendwie. Das Essen hat uns dann wieder etwas für den Tag versöhnt.
Der Wetterbericht für morgen: Wolken mit Regen bei ca. 0°C.