30.09. Hamilton - Taumarunui
 

Heute sollte das Abenteuer Wohnmobil so richtig beginnen, denn ab jetzt wollten wir die großen Straßen verlassen und uns in die Natur begeben.
Um unsere "eingerosteten" Knochen mal wieder etwas zu bewegen, nahmen wir zuerst Kurs zum Pirongia Forest Park, welcher etwas südwestlich von Hamilton liegt. Nachdem wir in Hamilton bei Sonnenschein losgefahren waren, empfing uns schon nach ein paar Kilometern dichter Nebel. Wir ließen uns die Stimmung aber nicht vermiesen und hofften auf das Beste. Gerade als wir die letzten Meter bis zum Parkplatz (Ende Grey RD) hoch fuhren, kamen wir über die Nebelgrenze und ein schöner blauer Himmel begrüßte uns. Ziel war der Mangakara Nature Walk. Dieser 1h Rundweg führt auf einem einfachen Weg quer durch den Wald. Besonders schön war hier das Zusammenspiel der auf uns exotisch wirkenden Farne, Palmen und Wasserläufe zu beobachten. Dabei wird auf verschiedenen Hinweisschildern die Flora und Fauna der Gegend erklärt. Bis auf eine weitere Person waren wir auch völlig allein und konnten die Natur richtig schön genießen. Ein Blick vom nahen Lookout war aber zwecklos, denn Nebel von oben sieht auch nicht schöner aus, als im Nebel zu stecken.

Nach diesem kleinen Spaziergang fuhren wir weiter Richtung Süden zu den Waitomo Caves. Dort lösten wir unseren ersten Gutschein ein und so mussten wir nur einmal für die Tour bezahlen. Bei dieser Tour, leider war fotografieren verboten, kamen wir zuerst durch beeindruckende Tropfsteinhöhlen, bevor wir ein Boot bestiegen und in die Glühwürmchen-Höhle schipperten. In dieser Höhle hängen tausende Glühwürmchen an der Decke und warten auf Nahrung. Genauer gesagt spinnen Larven diese Fäden, deren fluoreszierenden Bestandteile dann die ausgewachsenen "Eltern" anlocken, welche sich in den Fäden verfangen. Somit ist die Nahrung gesichert und der Kreislauf des Lebens geschlossen. Das Boot drehte dort mehrere Runden unter diesem fantastisch anzusehenden "Sternenhimmel", so dass man vergessen konnte, dass man sich eigentlich tief unter der Erde befand.
Am Ende der Bootstour wurde noch das übliche Touristenfoto geschossen, auf dessen Kauf wir aber verzichteten (20$ ).

Danach stand der nächste Wasserfall auf dem Plan. Wir fuhren die Straße noch etwas weiter nach Westen, bis wir zu dem kleinen Parkplatz am Trail zu den "Marokopa Falls" kamen. Wir packten Fotoapparat, Videokamera und Stativ zusammen und machten uns auf den Weg. Nach 10 Minuten durch diesen typischen neuseeländischen und wunderschönen Urwald erreichten wir auch schon die 30 Meter hohen Fälle, die oft als die schönsten des Landes bezeichnet werden. Bei strahlendem Sonnenschein genossen wir die Aussicht und schossen unzählige Fotos.

Wieder zurück auf dem Weg Richtung Waitomo hielten wir noch an der "Mangapohue Natural Bridge". Wenn es noch eine Leidenschaft von uns gibt, dann sind das natürliche Steinbrücken, die so genannten "Natural Bridges". Bisher hatten wir diese vor allem im Südwesten der USA bewundert und so waren wir gespannt, was uns hier erwartete. Der Rundweg führte unter anderem direkt unter dem Steinbogen durch. Dieser war aus einer Tropfsteinhöhle entstanden, die z.T. eingestürzt war, jedoch ist ein Teil der Höhlendecke erhalten und bildet nun die Natural Bridge. Der Weg führt hinter der "Brücke weiter über eine Schafswiese, wo man versteinerte Austern sehen kann. Auf der Wiese weidete eine kleine Schafsherde und der Schafsbock musterte uns recht eingehend. Jedoch wandte er sich recht schnell wieder ab und verlor das Interesse an uns. Das war das Zeichen für uns, dass wir ruhig weitergehen konnten. Bei den Versteinerungen angekommen, kamen uns zwei Lämmer entgegen gerannt, die sobald sie uns entdecken sofort noch einen Zahn zulegen und schnell wieder verschwanden. Nach dieser lustigen Begegnung gingen wir wieder zurück zum Parkplatz. Zum Fotografieren ist hier, wie überall in den Wäldern, unbedingt ein Stativ zu empfehlen.

Nachdem wir auf dem Parkplatz noch ein ausführliches Päuschen gemacht hatten, nahmen wir die Fahrt wieder auf und fuhren bis Taumarunui durch, wo wir uns auf dem örtlichen Campground (Taumarunui Holiday Park) einquartierten. Dort liefen wir ein bisschen auf einem Weg am Fluss entlang, jedoch war dieser nicht besonders gut, da er ziemlich aufgeweicht war. Aber die Aussichten waren schön und Erholung pur.
Zurück auf dem Campground setzten wir uns noch etwas draußen vor unserem Camper und spielten einige Runden "Siedler - Das Kartenspiel", bevor etwas Wind aufkam und unsere Karten sich nicht mehr auf dem Tisch hielten. So ließen wir den Tag im Camper ausklingen.
Witzig war an diesem Campground, dass wir hier das gleiche ältere Pärchen trafen, wie in der letzten Nacht in Hamilton. Weiterhin beschloss Anja an diesem Abend, dass wir demnächst Stellplätze, die näher an den Toiletten liegen, bevorzugen sollten, was ich natürlich in der kommenden Zeit so gut wie möglich berücksichtigte.